Kategorien
Faib's Blog Worshipleaders Blog

Ist Worship wirklich ein Lebensstil?

© Photo by Luis Quintero from Pexels

Falls du mir in den letzten Jahren einmal begegnet bist und mit mir geredet hast, wirst du wohl die Frage: «Was ist Worship für dich?» schon einmal gehört haben. Immer wieder bekomme ich als Antwort auf meine Frage: «Worship ist ein Lebensstil». Weil ich diese Antwort immer wieder höre, habe ich mich gefragt, woher diese Antwort kommt… Ist es biblisch begründet?

Lasst uns daher einen Blick in die Bibel werfen, wie Worship da definiert wird (mit dem Fokus auf der neutestamentlichen Zeit):

«Durch Jesus nun wollen wir Gott ein immer währendes Dankopfer darbringen: Wir wollen ihn preisen und uns zu seinem Namen bekennen [vgl. Hosea 14,3]. Und vergesst nicht, Gutes zu tun und einander zu helfen! Das sind die Opfer, an denen Gott Freude hat.»
Hebräer 13,15-16 (NGÜ)

Die Bibel zeigt hier vier Hauptausdrucksformen von Anbetung im Neuen Testament. Zwei davon sind mit unseren Lippen: 1. Gott preisen, und 2. Gott bekennen (in der Öffentlichkeit). Die anderen zwei sind mit unseren Händen: 1. Von sich aus, Gutes tun und 2. Einander helfen. Diese vier Ausdrücke sollen immerwährend geschehen, wie der Schreiber sagt. Das wichtigste jedoch ist die Herzenshaltung dahinter, denn es soll ein Dankopfer sein, oder auf NT-Deutsch: Aus Dankbarkeit, die von unseren Herzen kommt (vgl. auch Kolosser 3,15-17).

Dankopfer hat man normalerweise als Lobpreis (engl. praise) für Gott dargebracht, in Erinnerung und auch zur Proklamation der Güte Gottes. Wenn man Seine Güte dann erkennt, oder Gott in einer Art manifest wurde, war die Reaktion (die Antwort), darauf Anbetung (engl. worship). Es gibt also einen Unterschied zwischen den beiden Wörtern.

Paulus schreibt dann von der Antwort (der Reaktion) auf Gottes Güte, wenn wir diesen Dank, Gott bringen:

«Ich habe euch vor Augen geführt, Geschwister, wie gross Gottes Erbarmen ist. Die einzige angemessene Antwort darauf ist die, dass ihr euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung stellt und euch ihm als ein lebendiges und heiliges Opfer darbringt, an dem er Freude hat. Das ist der wahre Gottesdienst, und dazu fordere ich euch auf. »
– Römer 12,1 (NGÜ)(vgl. auch 1. Korinther 10,31)

Und ich denke, genau aus dieser Stelle kommt diese Aussage, das Worship ein Lebensstil sei. Aber was Paulus hier sagt, ist, dass unsere Reaktion auf Gottes Güte, unsere Hingabe an Ihn ist. Lebensstil auf der anderen Seite ist nicht eine Antwort, sondern die Art und Weise, wie man sein Leben gestaltet (eine Aktion).

Es ist ein bisschen unglücklich, dass wir in der deutschen Sprache fast keinen unterschied zwischen Lobpreis und Anbetung machen. Von dem her verstehe ich die Antwort, dass Worship (Anbetung) ein Lebensstil sein, es ist jedoch nicht ganz korrekt (wenn man es genau nimmt).

Was aber beide Bibelstellen klar machen ist, dass wir uns Gott mit unseren ganzen Leben zur Verfügung stellen sollen. Und sei es aus einer Reaktion, oder als Dank, mit dem, was wir sagen und tun wollen wir Gott Ehre bringen. Und das wichtigste bei all dem: Es soll von Herzen geschehen, wie Jesus in Matthäus 15,8-9 sagt. Ohne, dass es von Herzen kommt, ist es nichts wert!

Wie sieht einer deiner Ausdrucke von Dankbarkeit gegenüber Gott aus?
Du darfst uns gerne in der Kommentar-spalte inspirieren und ermutigen.

Kategorien
Faib's Blog Worshipleaders Blog

Gott wirkt Wunder beim Worship!

Letzten Samstag war wieder Ylistys-päivä (Worship-Day) in Lahti (Finnland). Dieses Mal war ich zusätzlich bei den vorbereitenden Gebetstreffen mit dabei.

Die ersten beiden Gebetstreffen waren fast schon zu übernatürlich geführt. Wir hatten so viele Bibelstellen, Eindrücke und Träume, die zusammenpassten und sich ergänzten. Wir konnten nur noch staunen und gemeinsam in dieselbe Richtung hineinbeten. Wir spürten, dass wir geistlich etwas aufgebrochen hatten. Dies bekamen wir dann auch in den kommenden Wochen zu spüren. Viele von uns schliefen sehr schlecht, waren ungewöhnlich gereizt, oder sahen sich mit anderen Herausforderungen konfrontiert.

Am Worshipday selbst war ich (zum zweiten Mal) die erste Person, die den Tag eröffnete. Kurz davor kriegte ich starke Kopfschmerzen. Meine Frau betete für mich und das Kopfweh verschwand. Während der Session fühlte ich mich wie ein Bulldozer, der den Weg für die anderen Worship-Bands ebnete. Es waren noch nicht so viele Leute da, aber das störte mich nicht. Ich war voll in der Anbetung und die Anwesenden auch immer mehr.

Dann kam es zum Lied: Way Maker. Ich spürte, wie Gott mir sagte, dass ich die Leute zum Aufzustehen ermutigen soll, um ein gemeinsames Zeichen zu setzen in der sichtbaren und auch unsichtbaren Welt. Ein Zeichen, dass Gott der Wegbereiter, und der Gott der Wunder ist. Als das geschah, spürte ich einen Durchbruch.

Auch konnte ich ein Lied zum ersten Mal ausprobieren, dass Gott mir geschenkt hat. Ich hoffe, dass dieses bald als Single rauskommen wird.

Nach der Session kam das Kopfweh leider wieder zurück, verschwand dann am Abend jedoch wieder.

Auch durfte ich meinen Freund Mikko in seiner Session am Bass unterstützen und es war so schön zu sehen, wie wir den Durchbruch von zuvor einfach nutzen konnten.

An diesem Tag passierte so einiges. Dass die Einheit der Christen an diesem Tag gestärkt wurde war nur eines der Wunder. Auch kamen einige Leute, die dafür bekannt sind, Drogen zu nehmen. Sie empfingen Liebe, Annahme, Gebet und ein paar sogar Heilung.

Kategorien
Faib's Blog Worshipleaders Blog

Warum ist Worship anders?

Von Kurzem erhielt ich eine Anfrage von einer Person, die selbst auch Worship macht. Die Frage war, ob ich an einem christlichen Event ein paar Lieder spielen und singen könnte. Es sollte einfach maximal 20 Minuten gehen.

Warte einmal: Lieder spielen…!?

Ich verstehe, was sie damit gemeint hat. Trotzdem erinnerte mich diese Anfrage an meine Schulzeit zurück, in der wir „Lieder sange$n“. In unseren Kirchen singen wir schon Lieder, aber ist es nicht noch viel mehr als das? Ich frage mich gerade zu welchem Zeitpunkt Worship/Anbetung/Lobpreis in unseren Kirchen zu einem „Lieder singen“ geworden ist? Ist mit Worship nicht eine ganzheitliche Anbetung gemeint? Das sogar auch anders als mit Musik ausgedrückt werden kann.

In Johannes 4,24 sagt Jesus selbst, dass wir ihn „im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Schlachter 2000 Übersetzung) sollen. Das Wort für „Geist“ ist im griechische mit „pneuma“ übersetzt, was oft für den Heiligen Geist und in diesem Fall speziell für „Vater Geist“ oder „Geist Gottes“ verwendet wird. Die Wahrheit ist nach Johannes 14,6 eine Person: Jesus. Wir sollen Gott also im Heiligen Geist und in Jesus (oder seinem Stellvertreter hier auf Erden, also dem Heiligen Geist) anbeten.

Worship/Anbetung/Lobpreis ist also viel mehr als nur ein „Lieder singen“. Es passiert etwas auf einer geistlichen Ebene. Anders ausgedrückt ist es geistliche Kampfführung (und das schreibt hier gerade jemand der in einer konservativen Freikirche aufgewachsen ist). Es ist also nicht etwas, was wir sehen, sondern es verändert sich etwas in der unsichtbaren Welt. Das kann für dich jetzt etwas Neues sein und wir stellen uns gerne zur Verfügung, um dir das genauer zu erklären, was wir damit meinen.

Der Heilige Geist soll uns leiten in diesem Moment der Anbetung (wobei ich Anbetung mehr als einen Lebensstiel sehe, als nur 20min an einem Sonntagmorgen. Natürlich geht das innerhalb einer Zeit (auch von 20 Minuten). Wenn aber der Heilige Geist wirkt, dann sollten wir auch die Grösse haben und ihn nicht daran hindern und je nach dem einfach weiter zu „worshippen“, solange es dann auch gehen mag.

Actionstepp:
Eine vielleicht provokante Frage, die ich mir selbst auch immer wieder stelle: Singen/spielen wir noch Lieder, oder beten wir schon an?

Schreibe doch deine Meinung dazu gerne in die Kommentare.

Kategorien
Faib's Blog Worshipleaders Blog

Wo & Wann beginnt Worship?

„Jesus erwiderte: ‚Glaube mir […], es kommt eine Zeit, wo ihr den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten werdet. […] Gott ist Geist, und die, die ihn anbeten wollen, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Johannes 4,21.24).

Auf die Frage, Wo man Gott anbeten soll, gibt Jesus hier eine klare Antwort: im Geist. Jetzt magst du sagen, das sei kein Ort… Auf jeden Fall ist es kein physischer Ort. Aber Gott ist ja auch nicht (nur) physisch. Der Ort der Anbetung ist also nicht an eine Örtlichkeit wie hier auf einem Berg oder in einer bestimmten Stadt gebunden. Es geschieht viel mehr im Geist.
Anbetung sollte also nicht nur in unseren Kirchen stattfinden, oder sogar erst dann, wenn wir Leute in die Anbetung (im Geist) anleiten! Wir können die Leute nicht an einen Ort führen (auch wenn er im Geist ist), an dem wir selbst nicht sind!
Aber wann beginnt die Anbetung?

„Früh am Morgen, als es noch völlig dunkel war, stand Jesus auf, verließ ´das Haus` und ging an einen einsamen Ort, um dort zu beten“ (Markus 1,35).

Für Jesus begann das An-Beten bereits früh am Morgen. Noch bevor er irgendetwas anderes getan hatte, pflegte er zuerst seine wichtigste Beziehung: seine Beziehung mit Gott. Ich kann mir gut vorstellen, dass er täglich so früh aufstand, um Zeit mit seinem Vater zu verbringen.
Anbetung beginnt nicht erst, wenn wir in die Kirche hineinlaufen oder sogar erst dann, wenn wir Leute in die Anbetung leiten. Es beginnt an dem Ort zu der Zeit, wo wir gerade sind (und am Besten noch, bevor wir auf eine Bühne stehen).

You can not worship on sunday, when you not worship on monday!
– Ben Fitzgerald –

Actionstepp:
Plane dir täglich eine Zeit ein, in der du einfach Gott anbetest. Dies wird dir helfen, Anbetung in deinem Leben zu kultivieren.

Schreibe doch deine Erfahrungen, wie sich deine Anbetung verändert hat, seitdem du Jesus persönlich täglich anbetest, in die Kommentare 🙂