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Christen und Gaming III

Der dritte und letzte Aspekt meiner Onlinebefragung und deren Auswertung beinhaltet schliesslich die Fragen „Warum“ mit dem Spielen begonnen wurde, „Wann“, also mit welchem Alter begonnen wurde, „Was“ an Onlinegames bespielt wurde und „Wie oft“ das Spiel gespielt wurde. Auch geht es um mögliche Lösungsansätze bei Onlinegaming-Abhängigkeiten/Süchten.

Zunächst möchte ich auf die Frage eingehen, in welchem Alter die meisten der Befragten mit dem Spielen von Onlinegames begonnen hatten. Dafür möchte ich allen Danken, die dazu Stellung genommen hatten. Die Nennungen der Alterskategorien beliefen sich von 10 – 44 Jahre.

Es ist für mich nicht zwingend schockierend aber macht mich dennoch nachdenklich, dass von den 37 Personen die sich äusserten, 31 davon im Alter von 10-19 Jahren ein erstes Mal in Kontakt kamen mit den Onlinegames (2x 20-24J. / 2x 25-29J. / 1x 30-34J. / 1x 40-44J.). Natürlich leben wir in einer Zeit in der das Smart-/I-phone wie auch das Tablet oder der Latop/Mac/Computer in Griffnähe liegt. Dennoch, 83% der Befragten sind zwischen 10-19 jährig und von diesen 31 Personen, sind 15 (48%) zwischen 10 und 14 Jahre alt.
Auch wenn es um die Verteilung von Männern und Frauen geht, so haben von den 31 Personen im Alter von 10-19 Jahren, 18 Männer (58%) und 13 Frauen (42%) gesagt, dass sie zu dieser Zeit mit dem Onlinegaming gebonnen hatten. Im Alter von 10-14 Jahren waren es (15 Personen) 8 Männer (53%) und 7 Frauen (47%).
Es betrifft nicht nur Männer, sondern genauso auch Frauen. Diese Problematik, sofern das Game uns in den Griff bekommt und nicht mehr wir das Game im Griff haben, wird wohl in den nächsten Jahren noch vermehrt zunehmen.

Danke vielmals Emily Morter für dieses Bild.
Warum? Warum fangen so viele mit dem Spielen von Onlinegames, oftmals bereits in jungen Jahren, an? Folgende Ergebnisse traten bei der Umfrage zu Tage die ich mit euch teilen möchte.
Geschwister, Freunde, Spass, Neugierde, Werbung, Sonstiges.

Viele beginnen mit dem Spielen, da auch ihre Freunde Onlinegames spielen (15 Nennungen). „Freunde“ wurde in dieser Umfrage am meisten gennant, bei der sich die Befragten in die Welt des Onlinegamings hinein genommen wurden. Durch Freunde kann eine Peergroup entstehen und in dieser kann es auch schon einmal dazu kommen, dass mal ein Spiel herumgezeigt wird oder so oft davon geredet wird, dass es eine Faszination bei einem selbst auslösen kann. Natürlich möchte man selbst dann auch sehen, was an diesem Spiel so faszinierend ist und möchte ja auch zu der Gruppe dazu gehören und nicht als „Outsider“ da stehen.
Bei den Geschwistern (6 Nennungen), sind wohl mehrheitlich die älteren Geschwister gemeint, die schon Zugang zu Online-Games hatten und so ihre „Faszination“ an ihre jüngeren Geschwister weitergeben. Das muss nicht einmal bewusst geschehen, sondern es reicht schon allen ein „über die Schulter schauen“ und zu zusehen.

Der Faktor Spass (6 Nennungen), ist wohl auf die Freunde oder Geschwister zurückzuführen, denn so ist man auch ausserhalb der Schulzeit miteiandner verbunden und kann sich virtuell in einem Spiel unter die Arme greifen und Spass haben. Möglicherweise erlebt auch die Person keine Nachteile, die es in der Schule oder im realen Leben nicht ganz leicht hat.
Die Neugierde (4 Nennungen) ergibt sich wohl aus dem Faktor Spass. Die Neugierde für neuere Spiele werden geweckt, die Neugierde sich vertiefter mit dem gespielten Spiel auseinander zu setzen wird grösser. Auch die Neugierde für andere Spielgenre werden womöglich geweckt.
Drei Personen nannten die Werbung als Faktor der dafür verantwortlich ist, dass sie mit dem Onlinegame in Kontakt kamen. Im Internet (sozialen Medien,…), in TV-Breaks und in Kinowerbungen (womöglich noch andernorts) finden wir immer wieder Werbungen für Onlinegames. Das hierbei die Neugierde/Spass geweckt wird ist für mich selbst nur eine Frage der Zeit.

Welche Spiele werden laut der Umfrage am meisten bespielt? Wie hoch ist die investierte Zeit in diesen Spielen?

Das Genre mit den meisten Spielnennungen war jenes der „Rollenspiele“ (7 Nennungen). Dazu zählen World of Wacraft (2x), The Elder Scrolls oder auch Tibia mit einer meist offenen Welt und der damit verbundenen Zeit, bei der das Spiel weiterläuft, auch wenn ein Spieler gerade nicht online ist.
Platz zwei teilen sich drei Genres (jeweils 5 Nennungen). „Egoshooter“, „Strategie“ und „Virtuelle Welten“.

Wie sieht die bespielte Zeit aus? Wie im ersten Teil dieser Serie ist die Zeit nicht allein ausschlaggebender Faktor, dass jemand Süchtig wird/ist. Dennoch kann es ein Indiz dafür sein und sollte nicht ausser acht gelassen werden. Bei 38 Menschen die an diesem Teil der Umfrage teilgenommen hatten, hatten 15 Menschen (39%) gesagt, dass sie weniger als 5 Stunden pro Woche online am spielen sind. Die meisten Stunden online Spielzeit (ohne mich dazu zu zählen), lag von drei Personen (7%) bei 36-40 Stunden pro Woche. Was mich erstaunte war, dass nicht nur Männer in 30-40 Stunden pro Woche online spielten, sondern ebeno auch Frauen.

Bevor ich den letzten Abschnitt erläutere, jene der Lösungsansätze, möchte ich noch einen Beitrag, einen englischen Artikel zum Thema „Screen Addiction“ also der Bildschirm Abhängigkeit, einfügen. Dieser Beitrag soll auch helfen zu verstehen, dass es nicht nur darum geht, dass er oder sie „ein wenig mehr spielt“ sondern, dass es zu einem wirklichen Problem werden kann: https://www.vice.com/sv/article/5gqb5d/how-screen-addiction-is-ruining-the-brains-of-children

Nun geht es also noch um die Frage, was für Lösungsmöglichkeiten die Befragten der Umfrage vorschlugen um diese Kluft, in der sich Onlinegaming-Süchtige befinden, zu überwinden?

Mag sein, dass es daran liegt, dass sehr viele Gläubige Teilnehmende an dieser Befragung teilgenommen haben und daraus die Lösungsmöglichkeit mit den meisten Nennungen (10) die „Freiheit durch Jesus Christus“ (Gebet und Wirkung des Heiligen Geistes) ist. Doch da liegt ein entscheidender Punkt. Jesus Christus kann uns wirklich von unseren Süchten heilen.
Die zweithäufigste Nennung (9) war, dass wir eine gute Alternative/Ersatz zum Onlinegaming als Freizeitgestaltung haben sollten. Ich würde es begrüssen, wenn sich, gerade beste Freunde und Freundinnen immer wieder, gerade im Afang, sich eine gemeinsame Freizeitbeschäftigung suchten und dort ein Commitment haben, dass sie gemeinsam hingehen. Auf Platz drei (8) Nennungen folgt, noch vor der Professionellen Hilfe (Platz vier mit 7 Nennungen), die Rechenschaftsbeziehung. Habe Kontakt mit einer Person bei der du wirklich alles, auch Trauer, Schmerz, Scham, Schuld ansprechen kannst. Hab mit dieser Person eine Rechenschaftsbeziehung, sodass sie dir in schwierigen aber auch schönen Momenten helfen kann.

Was ist mein Fazit aus diesen drei Blogbeiträgen?
Männer wie Frauen sind gleichermassen von einer Faszination und möglichen Sucht des Onlinegamings betroffen, auch wenn es unterschiedliche Settings sind.
Eine Sucht entsteht nicht alleine durch die Zeit des Onlinegamings, ist abe ein Faktor.
Suche dir schon früh eine Person, mit der du offen alle Themen ansprechen darfst, denn normalerweise sieht keine Person in dich hinein, wie es dir geht. Melde dich und vertraue dich einer Person an. Holt euch womöglich auch Hilfe von Psychologinnen und Psychologen die sich in dieser Thematik auskennen und nach Möglichkeit einen christlichen Hintergrund haben.
An alle die AnsprechpartnerInnen sind: Hört nicht nur zu, sondern hört hin! Gebt nicht zu schnell eine Antwort, auf die keine Frage bestand, sondern hört zu! (2x Ohren und nur 1x Mund). Holt euch womöglich auch Hilfe von Psychologinnen und Psychologen die sich in dieser Thematik auskennen und nach Möglichkeit einen christlichen Hintergrund haben.
Liebe Pfarrpersonen und MentorInnen: Fragt nach, was die Faszination an der Sache ist, fragt nach, warum er/sie spielt und was dabei erhofft wird. Fragt nach bevor ihr voreilige Schlüsse zieht. Holt euch womöglich auch Hilfe von Psychologinnen und Psychologen die sich in dieser Thematik auskennen und nach Möglichkeit einen christlichen Hintergrund haben.
Diese Problematik wird in den nächsten Jahren zunehmen und ich möchte nicht Schweigen, denn es ist mir ein Anliegen, darüber zu sprechen und Menschen in dieser Sache zu helfen.

Wie möchtet ihr damit umgehen? Wie steht ihr zu diesem Thema? Was möchtet ihr dazu sagen?

Von Sebastian

2010 - 2015: Ausbildung zum dipl. Pflegefachmann
2018 - heute: Ausbildung zum Pastor am ISTL
2020 - heute: Praktkum beim David Dienst
2020 - heute: Aufbau "i-free"

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