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Christen und Gaming?

Nun ist es drei Wochen her, seitdem ich die Umfrage zum Onlinegaming beendet habe. Zwischenzeitlich habe ich mich intensiv mit deren Auswertung befasst und geschaut ob es Unterschiede des Gaming-Verhaltens bei Mann und Frau, den Verheirateten und Singles, der Erziehung, jenen mit Theologiestudium/Bibelschule oder ohne gibt, ebenso ob und welche Unterscheide es mit den jeweilis unterschiedlichen Alterskategorien gibt und wie diese zu begründen sind.
Als zweiten Fokus habe ich mich auch mit der Auswertung der jeweiligen Ansprechpersonen befasst, ob es auch dort in diesem Bereich Unterschiede gibt und wie diese zu erklären wären.
Der dritte Aspekt schliesslich umfassen die Fragen „Warum“ mit dem Spielen begonnen wurde, „Wann“, also mit welchem Alter begonnen wurde, „Was“ an Onlinegames bespielt wurde und „Wie oft“ das Spiel gespielt wurde. Auch geht es um mögliche Lösungsansätze bei Onlinegaming-Abhängigkeiten/Süchten.
Es war eine sehr intensive, herausfordernde, zugleich aber auch sehr spannende Zeit für mich um all diese Informationen zu analysieren und daraus auch Schlüsse für meine zukünftige Arbeit ziehen zu können.

Ich teile diese drei Abschnitte bewusst in drei Blogbeiträge auf, damit der Beitrag überischtlich bleibt und es euch Lesenden nicht vor lauter Zahlen, Daten und Fakten gleich wieder ablöscht. Die aktuelle Liste werde ich am Ende des Blogbeitrags ersichtlich machen. Die vollständige Liste wird dann im dritten Blogbeitrag vollständig aufgeführt werden.
Danke vielmals an all jene, die ihre Zeit in diese Umfrage investiert haben. Nun möchte euch an meinen Auswertungen und Gedanken (die nicht abschliessend sind) bezüglich der „Onlinespiele“ teilhaben lassen.

Die Bilder sollen nicht abschrecken sondern aufzeigen, wie schnell wir uns in diesen vielen verschiedensten Games „verstricken“ können und diese Spiele uns auch „Gefangen nehmen“ können, auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind. (Danke an Artyom Kim für die Benutzung dieses Bildes).

Die meistgenannten Games (Top 3) waren die Spiele der folgenden Kategorie:
1.) „Adventures“ (2.95) dazu zählen Spiele wie „O-Game“ oder „Bubble shooter“.
2.) „Strategie“ (3.2) bei der Spiele wie „Clash of Clans“ oder „Fire Emblem“ dazu gezählt werden dürfen.
3.) „Rollenspiele“ (3.4), hierzu gehören unter anderem Titel wie „Tibia“ und „World of Warcraft“.

Faszinierenderweise kommen bei Männern als erstes die „Rollenspiele“ (2.92). Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es auch mit dem heutigen Zeitgeist zusammenhängt, dass Männer oft diese Art der Spiele spielen, da es nicht mehr klar definiert ist wie ein Mann zu sein hat und durch die Gesellschaftliche „Norm“ seine Rolle neu finden muss. Auf Platz zwei und drei folgen die Kategorien „Strategie“ (3.05) und „Adventures“ (3.12).
Bei Frauen kommt zunächst die Kategorie „Adventures“ (2.57) vor den „Virtuellen Welten“ (2.85) und der „Strategie“ (3.5). Hier kann ich mir vorstellen, dass es Frauen grundsätzlich mehr zusagt eher abgeschlossene Spiele zu bespielen, in welchen es darum geht in der Rolle einer schon bestehenden Persönlichkeit durch eine Geschichte zu navigieren und interagieren um durch Rätseln zur Lösung zu kommen.

Bei den Altersunterschieden war es teilweise schwieriger, da bei der Kategorie der unter 20 Jährigen und denjenigen die 40+ sich zu wenige Personen dazu geäussert hatten. Dennoch möchte ich alle Alterskategorien miteinbeziehen.
Bei den unter 20 Jähringen war die beliebteste Kategorie das „Rollenspiel“ (1.5). Es waren jedoch nur zwei Personen die hierzu geantwortet hatten, jedoch glücklicherweise ein Mann und eine Frau. Ich kann das sehr gut verstehen, dass das „Rollenspiel“ gewählt wurde, da in diesem Alter sich die Menschen in der Orientierungsphase zum Mann/Frau sein befinden. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Persönlichkeit, dass sich im Beruf/Studium auswirkt, ebenso auf die Zukunftsplanung. Viele Gedanken drehen sich in dieser Zeit um die persönliche „Rolle“ in der Gesellschaft. Als zweite Kategorie wurde „Egoshooter“ (2.5) gewählt, gefolgt von der dritten Kategorie den „Adventures“ (3).
Bei den 20-29 Jährigen steht als Erstes die Kategorie „Adventures“ (3) auf dem Programm, dicht gefolgt von der „Strategie“ (3.05) und dem „Rollenspiel“ (3.28) .
Bei den 30-39 Jährigen steht, wie bei den 20-29 Jährigen zuerst die Kategorie „Adventures“ (3) auf der Liste. Die Kategorie „Sport“ (3.2) folgt hier an zweiter Stelle und an dritter Stelle folgt die „Strategie“ (3.25).
Bei den 40-49 Jährigen war es eine Person die geantwortet hatte. Zunächst steht dabei die Kategorie „Strategie“ (1) im Vordergrund, gefolgt von „Adventures“ (2). Da dieser Datensatz zu gering ist, kann ich hierzu nicht näher darauf eingehen.

Bei der Frage des Zivilstandes, ob nun jemand verheiratet oder ledig ist ist es spannend zu sehen welche Unterschiede hierbei entstanden sind.
Bei den Personen die ledig sind sind die Kategorienverteilungen wie folgt: 1.) „Strategie“ (3.11), 2.) „Sport“ (3.28) und 3.) „Adventures“ (3.33). Gut möglich, dass einige ledige Personen sich bewusst dauzu entschieden haben, ledig zu bleiben. Bei vielen wird es aber so sein, dass sie auf der Suche nach der richtigen Partnerin/Partner sind und vielleicht unbewusst die „Strategie“ Spiele favorisieren.
Bei den verheirateten Personen sieht es ein wenig ander aus. Hier kommt zunächst die Kategorie „Adventures“ (2.25), gefolgt von „Rollenspiel“ (3) und „Strategie“ (3.37). Die Beziehung zwischen Verheirateten Paaren ist immer wieder ein Abenteuer bei der es nicht um das gegenseitgige Gegeneinander gehen sollte sondern vielmehr um das gegenseitige Für- und Miteneinander.

Auch habe ich geschaut ob es einen Unterschied im Gaming-Verhalten macht, ob nun jemand in der Stadt, auf dem Land oder der Agglomeration lebt. In der Stadt spielten die Menschen eher „Adventure“-Games (2.61), gefolgt von Strategie (3.07) und Sport (3.2). Auf dem Land hingegen steht die Kategorie der „Strategie“ (3.2) zu oberst, gefolgt von „Advetures“ (3.62) und „Rollenspiele“ (3.62) gleichermassen. Stadt und Land spiegelt für mich das Verhältnis. n der Stadt ist es oft ein Abenteuer (natürlich auch auf dem Land). Auf dem Land wird eher strategisch vorgegangen um das Beste aus seinem Beruf heraus zu holen. Leider war der Datensatz jener die in der Agglomeration leben nicht sehr aussagekräftig, da sich zu wenige dazu geäussert hatten. Dennoch stehen da „Virtuelle Welten“ (1) zu oberst, gefolgt von „Rollenspiele“ (1.5) und Adventures (2.5).

Im Bereich der Erziehung war es wieder etwas schwieriger die Daten zu erheben, da es nebst jenen Personen die Freikirchlich erzogen wurden nur wenige weitere Personen gab (Evangelisch, Katholisch, Andere), die sich dazu äusserten. Während bei jenen Menschen die im freikirchlichen und evanglischen Kontext aufgewachsen waren und bei beiden die Kategorie „Adventures“ zu oberst steht (Freikirche: 3; Evangelisch 2.83) stehen bei jenen die Katholisch oder mit einer anderen (keiner) Religion erzogen wurden das „Rollenspiel“ auf dem ersten Platz (Katholisch: 1; Andere: 1) gefolgt von „Strategie“ (Katholisch: 2; Andere: 2) und „Egoshooter“ (Katholisch: 2; Andere: 3). Bei den Menschen mit freikirchlicher Erziehung teilen sich, wie bei den Katholischen, „Egoshooter“ (3.25) und „Strategie“ (3.25) den 2. Platz. Evangelische tendieren auf Platz zwei zu „Sport“ (3.2) und schliesslich den „Virtuellen Welten“ (3.5). Wir sind wohl, in diesen Bereichen, doch nicht alle so verscheiden wie wir glauben möchten, auch wenn Gott uns einzigartig geschaffen hat.

Im letzten untersuchten Bereich, ging es mir darum zu erkennen, ob es Unterschiede im Onlinegaming Verhalten gibt, wenn jemand eine Bibelschule / Theologiestudium besucht (und abgeschlossen) hat und jene die weder ein Theologiestudium noch eine Bibelschule besucht haben. Schön zu sehen war dabei, dass die Zahl der Antwortenden in etwa ähnlich gross waren.
Jene die eine Bibelschule und/oder das Theologiestudium besuchten favorisierten „Strategie“ (2.86), gefolgt von „Adventures“ (3.07) und „Sport“ (3.76). Geht es den Befragten unbewust um die richtige „Strategie“, wenn es auch darum geht den Menschen das Reich Gottes zu zeigen?
Sind währenddessen die Befragten ohne diesen Hintergrund auf der Suche nach ihrer Rolle, auch die zur göttlichen berufenen Rolle, wenn sie das Genre „Rollenspiel“ (2.22) bevorzugen? An zweiter und dritter Stelle folgen „Egoshooter“ (2.62) und schliesslich „Adventures“ (2.8).

Vielen Dank an Jessica Lewis für dieses Foto.

Zum Abschluss noch einige Gedanken und Fragen an euch: Was glaubt ihr, warum so viele Menschen „Adventure“, „Egoshooter“ und „Strategie“ Spiele spielen? Kann es sein, da dass Leben ein Kampf und Abenteuer ist, bei der es um dich richtige Strategie geht, um am Ende zu Überleben?

Von Sebastian

2010 - 2015: Ausbildung zum dipl. Pflegefachmann
2018 - heute: Ausbildung zum Pastor am ISTL
2020 - heute: Praktkum beim David Dienst
2020 - heute: Aufbau "i-free"

Eine Antwort auf „Christen und Gaming?“

Natürlich sind es viele Zahlen, Daten und Fakten. Aber eines interessiert mich schon noch selbst als Autor. Bei der Analyse habe ich entdeckt, dass viele Menschen „Adventure“-Games bevorzugt haben, bei der Spielwahl die am häufigsten genannt wurde, ist aber „Rollenspiel“ an erster Stelle (sieben Nennungen) und „Adventure“ an letzter Stelle (zwei Nennungen). Warum denkt ihr, kommt diese Diskrepanz?

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