Der Jesusnachfolger aus Teheran

Yones ist im Iran, in einer islamischen Kultur aufgewachsen und wurde von Klein an im Islam unterrichtet. Er berichtet, dass er aber schon immer Mühe hatte mit dem Islam und all seinen Gesetzen. «Wieso müssen alle Frauen ihre Haare bedecken, obwohl viele das nicht wollen?» Solche und ähnliche Fragen hat sich Yones schon immer gestellt. Frauen, die ihre Haare nicht richtig bedecken, werden auf öffentlichen Plätzen ermahnt und wenn sie sich nicht an die Regeln halten wollen, werden sie bestraft. Yones hat eine 11-jährige Tochter, die in eine Mädchenschule geht. Sogar sie muss bereits ein Kopftuch tragen. Sie versteht es nicht und möchte dies auch nicht. Yones’ Gottesbild war geprägt von Strafen und Gesetzen. Wenn es Gott geben würde und er die Menschen liebt, kann er doch nicht so sein, wie dies im Islam gelehrt wird! Davon war Yones überzeugt. Es war für ihn auch sehr problematisch, dass Männer so viel mehr Wert haben als Frauen. Gerade weil er verheiratet ist und eine Tochter hat, ist ihm dies noch viel stärker bewusst geworden.

Bis vor 40 Jahren herrschte im Iran viel Freiheit. Kirchen und Moscheen standen in derselben Strasse und es war friedlich. Bis dann die Islamische Revolution alles veränderte und die Menschen ihrer Freiheit beraubte.

Yones glaubte an Gott, war aber überzeugt, dass Gott es nicht nötig hat, den Menschen hunderte von Gesetzen zu geben. Die neue Generation sieht die Sache ähnlich wie Yones. Sie stellen Fragen und wollen sich nicht einfach blind unterordnen.

Auch Yones hatte viele Fragen über Gott und seine Religion. Die religiösen Schriftgelehrten, die Imame, haben ihn ermahnt und verboten ihm, kritische Fragen über Gott und all die seiner Meinung nach unnötigen Gesetzen zu stellen. Sie meinten, Gott dürfe man nicht kennenlernen und auch seinen Wille dürften Menschen nicht kennen. «Mach deine Aufgaben richtig. Wenn du dann irgendwann stirbst, wird Allah entscheiden, wohin du gehen wirst». Im islamischen Glauben gibt es keine Heilsgewissheit. «Inshallah» ist ein Ausdruck, welchen Muslime sehr oft verwenden. Es bedeutet soviel wie «Wenn Gott will». Oft wird «Inshallah» auch als Ausrede benutzt, wenn man etwas nicht tun will.

Das tägliche Gebet ist ein wichtiger Bestandteil der Gesetze, die ein guter Muslim einhalten muss. Männer dürfen Frauen zur Begrüssung nicht die Hand reichen. Wer sich durch irgendetwas unrein macht muss ganz verschiedene Rituale durchführen, um wieder rein zu werden und vor Allah zu kommen.

Aufgrund seiner Zweifel und dem Gottesbild, welches für Yones überhaupt nicht stimmte, wollte er nichts mehr von Gott wissen. Der Islam sei ein «Business», meint Yones im Gespräch, und es gehe den religiösen Führern nur um Macht.

Durch seinen Cousin hat Yones einen Pastor kennengelernt. Erst wusste er allerdings nicht, dass er Pastor war, sondern bemerkte lediglich dessen Anliegen, für Yones da zu sein und ihm aus seiner Depression zu helfen. Der Pastor sagte ihm «Ich bin zwar kein Arzt, aber ich kenne jemanden, der dich heilen und dir ein neues Leben geben kann». Für Yones, welcher aus einer sogenannten Schamkultur kommt, war es schwierig, «Nein» zu sagen, und so liess er sich auf den Pastor ein. Dieser gab ihm zwei kleine Bücher (Matthäus und Lukasevangelium), welches Yones erst nicht lesen wollte. Er fragte immer wieder nach, ob er etwas gelesen hatte. Yones wollte dem Pastor gefallen, aber wollte das Gelesene nicht an sich heranlassen.

Seine erste Begegnung mit Jesus hatte er, als er in der Bergpredigt zu lesen begann. Er verstand erstmals, dass die sündigen Menschen durch Jesus zu Gott kommen konnten. So begann er, dem Pastor alle seine Fragen zu stellen. Dieser versuchte, seine Fragen so gut wie möglich zu beantworten. Seine Zweifel wurden erstmals ernstgenommen.

Yones wurde Teil einer Bibelgruppe, bevor er sein Leben Jesus gab. Der Kontakt mit den Gläubigen hat ihm sehr geholfen, aus der Depression zu kommen und wieder aufzustehen. Zweimal pro Woche trafen sie sich, um zusammen zu beten. Er merkte, dass er einen Retter brauchte, da er sich seiner Sünde bewusst war und sich selber nicht retten konnte.

Weil er Teil dieser Gruppe war, wurde es zu gefährlich für Yones, im Iran zu bleiben. Deshalb musste er fliehen und kam in die Schweiz. Hier angekommen, nahm er Kontakt auf mit einer Gemeinde in Stans. Sie merkten, dass er sehr offen war und viele Fragen hatten und starteten mit ihm einen persischen Hauskreis. Nach einer Weile hat Yones dort sein Leben ganz Jesus gegeben.

Die grösste Auswirkung, die Jesus in seinem Leben hat, ist die Hoffnung. Die einzige Hoffnung, die Yones bisher hatte, war seine Tochter. Ausser ihr hatte er keinen Lebenssinn, er hatte keine Motivation zum Leben. Jesus holte Yones ganz aus seiner Depression heraus und heilte sein Herz.

Yones’ muslimische Freunde, wissen alle, dass er ein Jesusnachfolger ist. Sie haben grossen Respekt vor ihm. Beim letzten Ramadan wurde Yones zum Essen eingeladen. Vor dem Essen baten die Muslime ihn, zu beten, weil er besser beten könne als sie. Oft spricht er mit ihnen über seine Geschichte, welche sehr viel Kraft hat. Er erzählt, dass sie ihn beobachten und daher neugierig werden. Wer ihm Fragen stellt, bekommt Antworten von Yones. Einige seiner Freunde haben sich unterdessen für ein Leben mit Jesus entschieden. Yones ist es sehr wichtig, authentisch zu leben.

Um mit Muslimen ins Gespräch zu kommen, ist das Zuhören von grosser Wichtigkeit. Bevor wir ihnen von Jesus erzählen können, muss Vertrauen aufgebaut werden. Wir müssen ihnen zeigen, dass sie wertvoll sind für Gott.

«Meine Identität wurde verändert, weil ich verstanden habe, dass ich trotz meinen Fehlern für Gott wertvoll bin».

Yones leitet unterdessen viele Jüngerschaftsgruppen unter persischsprachigen Christen in der Schweiz. Dabei ist es ihm sehr wichtig, die Leute zu stärken und neue Leiter auszubilden.

Yones absolviert momentan das ISTL mit Rebi, welche diesen Blogbeitrag geschrieben hat.

Yones ist für mich ein echtes Vorbild. Jesus ist ihm so viel wert, dass er dafür sein Land, seine Familie, seine Frau und seine Tochter zurückgelassen hat. Wieviel wärst du bereit, für Jesus aufzugeben?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.