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Sitzen ist unbiblisch

Schnee draussen. Sonntagmorgengottesdienst. Der Welt entrückt. Deine Lieblingsband auf der Bühne. Atmosphäre. Die ersten drei Akkorde deines Lieblings-Worshipsongs. Vorhof zum Himmel. In der Ferne Engelsgesang. Die Stimmung ist perfekt. Deine Gedanken sammeln sich, du bist konzentriert. Tiefe Kontemplation. Alles andere wird unwichtig. Nur über das Eine sinnst du nach: «sitzen oder aufstehen?»

Du kennst das wahrscheinlich. Ich kenne es gut. Schliesslich will ich nicht, dass die andern mich für oberfromm halten, weil ich als Einziger stehe. Ich würde ja aufstehen, aber dann sehen die Leute hinter mir den Text nicht mehr. Knien? Hat man bei uns noch nie gemacht. Tanzen ist nur für Verrückte. Sich vor Gott niederwerfen? Heuchlerisch. Also gut, ich stehe auf – und spüre für den Rest der Lobpreiszeit die Blicke der anderen im Nacken. Schliesslich sollte gesessen werden.

Stehen, tanzen, knien, liegen, Hände heben? Man darf es und man darf es nicht. Unausgesprochener Kodex des Evangelikalismus.

Zeit für einen biblischen Kontrapunkt. Die Bibel kennt verschiedene Körperhaltungen der Anbetung:

  • «Kommt, lasst uns anbeten, uns beugen vor ihm! Lasst uns vor Jahwe knien, der uns erschuf!» (Ps 95,6)
  • «Auf, ihr Diener Jahwes, lobt den Namen Jahwes, die ihr steht im Hause Jahwes in der Nacht!» (Ps 134,1)
  • «Ich will nun, dass die Männer an jedem Versammlungsort beten und dabei ihre Hände mit reinem Gewissen erheben, frei von Zorn und Streit.» (1 Tim 2,8)
  • «Sie gingen in das Haus und fanden das Kind mit seiner Mutter Maria. Da warfen sie sich vor ihm nieder und beteten es an.» (Mt 2,11)
  • «David tanzte mit ganzer Hingabe vor Jahwe her.» (2 Sam 6,14)

Nur eine Körperhaltung habe ich nirgends gefunden: Sitzen. «Lasst uns vor dem Herrn sitzen» steht nirgends. Sitzen ist unbiblisch. Vor dem Thron Gottes wird nicht gesessen. Wenn ein irdischer König dich besuchen würde, würdest du wohl auch aufstehen. Wie viel mehr, wenn der König aller Könige deine Kirche betritt?

Vor dem Thron Gottes wird nicht gesessen.

Du hast Angst, andere mit deinem Lobpreistanz vom Lobpreis abzulenken? Vielleicht lenkst du mit deinem unbeteiligten Sitzen andere vom Lobpreis ab. Du machst dich über andere lustig, weil ihre Lobpreis-Haltung ungeschickt aussieht? Frag mal Michal, ob das aus biblischer Sicht empfehlenswert ist (2 Sam 6,20–23).

Können wir uns darauf einigen, dass es in der Anbetung verschiedene Körperhaltungen geben darf? Und dass Gottesdienstbesucher – gerade in Zeiten, in denen der Gemeindegesang untersagt ist – die Freiheit haben, mit ihrem Körper Gott anzubeten? Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit! Meinetwegen auch die Freiheit, sitzen zu bleiben.

Vielleicht lenkst du mit deinem unbeteiligten Sitzen andere vom Lobpreis ab.

Wenn deine Gemeinde Livestream-Gottesdienste anbietet, bleib mal zu Hause und verfolge die Lobpreiszeit von deinem Wohnzimmer aus. Und dann tanze, knie, liege und hebe die Hände, was das Zeug hält. Nicht um eine Show zu veranstalten. Sondern um Gott anzubeten. Denn – und das geht schnell vergessen – in der Lobpreiszeit geht es um Gott.

Von Dave

«Ich liebe es, mit anderen Menschen die Freude an der Bibel zu teilen!»

Als freischaffender Prediger lehre ich in Gemeinden im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 2018 schloss ich das Theologiestudium im Masterstudiengang an der STH Basel ab. Gemeinsam mit meiner Frau leite ich eine lokale Gebetsinitiative, ausserdem arbeite ich bei Gebet für die Schweiz mit. Mit meiner Familie wohne ich in Riehen bei Basel.

«Meine Musik soll in die Gegenwart Gottes führen...»

Musik ist meine Leidenschaft. Ich wünsche mir, dass dadurch ein Raum entsteht, in dem Menschen Gott begegnen. Mit diesem Ziel leite ich Lobpreis, schreibe Lieder und nehme Improvisationen auf.

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Eine Antwort auf „Sitzen ist unbiblisch“

Amen! Ich liebe deinen deine feinfühlige aber doch sehr gerade Linie, wenn es um Anbetung geht. Lasst uns Jesus Christus loben und anbeten mit unserem ganzen Körper und mit unserem ganzen Leben (vgl. Röm 12,1).

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