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Begeisterung

Wenn ich etwas richtig Gutes erlebt habe, oder an einem wundervollen Ort war, dann muss ich das meiner ganzen Familie, all meinen Freunden und auch allen anderen Mitmenschen sagen oder in irgendeiner Form mitteilen wie gut und toll alles war, denn ich bin ja richtig begeistert, von was auch immer es im Endeffekt war.

Warum aber reden wir immer wieder davon, dass wir «be-geist-ert» von etwas sind?

Es liegt daran, dass wir Menschen aus dem Geist gemacht sind, eine Seele haben und in einem Körper leben. Vielen wird das nicht einleuchten und einige werden vielleicht auch denken, dass die Seele und der Geist ja im Endeffekt ein und dasselbe sind. Nun, da muss ich verneinen. Wenn wir jetzt als Vergleich davon ausgehen, dass ein Computer auch aufgrund des Betriebssystems läuft, eine Software hat und in der Hardware eingebaut wurde, dann wird ersichtlich, dass auch der Mensch «Geist» ist, eine Seele hat und in einem Körper wohnt. Wenn du noch immer das Gefühl hast, dass das nicht stimmen kann, dann wirst du von Computer und Menschen nur wenig Ahnung haben, denn der Computer läuft ohne das Betriebssystem nicht und ebenso wenig existiert der Mensch ohne seinen Geist. 

So spricht Jesus zu seinen Jüngern im Johannesevangelium: «Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch vermag nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben.» (Joh 6,63).

Wenn wir jetzt also von etwas so sehr angetan und so voller Freude sind, dann sind wir im wahrsten Sinne des Wortes begeistert, denn wir leben in diesem Moment und «er-leben» diese Faszination und Schönheit woran alle teilhaben sollten. Genau so ist es auch mit der «Guten Nachricht», der «frohen Botschaft» dem «Evangelium». Alle, die diesen Geist von Jesus Christus von Nazareth in sich aufgenommen haben, sind davon so begeistert, dass sie diese Botschaft in voller Freude weitererzählen wollen, sodass alle daran teilhaben dürfen.

Dieser Gastbeitrag stammt aus der Feder von Sebastian Küng, Theologiestudent und Pflegefachmann aus Basel.

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Identität

Was ist Identität und inwiefern betrifft uns die Thematik der eigenen, persönlichen Identität in der heutigen Zeit noch? Reicht es mir aus, dass ich meine Identität anhand meiner persönlichen Identitätskarte oder meines Reisepasses kenne? Reicht es mir aus, zu wissen, dass ich männlich oder weiblich bin, aus welchem Land ich komme, welche Körpergrösse ich habe oder wie viele weitere Menschen mir ähnlichsehen?

Mit der Frage nach der persönlichen Identität beschäftige ich mich schon längere Zeit und gebe auch in meinem Buch «Einfach Durchbruch» Antworten dazu.

Zwei Formulierungen zu «Identität» finde ich bei Duden:

  1. Eine völlige Übereinstimmung mit dem, was sie ist oder als was sie bezeichnet wird
  2. Eine völlige Übereinstimmung mit jemandem

Im Ansatz sind diese Formulierungen klar und richtig. Was aber, wenn wir nicht wissen woher wir kommen und warum wir hier auf dieser Erde sind? Wenn wir so verwirrt werden, dass wir nicht einmal mehr sicher sind, ob wir nun männlich oder weiblich sind? Wenn wir das nicht wissen, dann helfen die Formulierungen von Duden nicht weiter.

Wenn wir also unsere eigene Herkunft und Bestimmung für unser Leben nicht kennen, werden wir unweigerlich jeder grossen oder aufkommenden Religion oder Philosophie hinterherjagen, sei dies «Friday for future» oder auch als fiktiver online Held bekannt zu werden. Woher kommen wir beziehungsweise, was ist unsere Identität?

«Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete» (Jeremia 1,5). Wenn wir wissen, dass wir von Gott her abstammen – und dem ist so, auch wenn viele Menschen dies einfach nicht als Wahrheit anerkennen – dann erkennen wir unsere eigene, persönliche Identität und werden nicht zu einer Kopie einer anderen Person. Wenn wir einen Schritt weiter gehen und glaubend auf die Stimme Gottes hören, so dürfen wir sogar unsere ganz persönliche Berufung erkennen.

Sebastian Küng ist Pastor i.A. und dipl. Pflegefachmann